Rost-Wiki
Rostarten am Fahrzeug: Oberflächenrost, Falzrost, Lochfraß und mehr
Nicht jeder Rost ist gleich. Die verschiedenen Korrosionsformen unterscheiden sich in Ursache, Verlauf und Bedeutung für das Fahrzeug.
Kurzantwort
Am Fahrzeug treten verschiedene Korrosionsformen auf, die sich in Ursache, Verlauf und Schwere unterscheiden. Die korrekte Einordnung ist wichtig, weil sie bestimmt, welche Maßnahme fachlich angemessen ist – und ob eine Behandlung noch sinnvoll oder bereits zu spät kommt.
Oberflächenrost
Oberflächenrost betrifft nur die oberste Schicht des Metalls und ist in der Regel noch gut behandelbar. Er entsteht, wenn der Lackschutz beschädigt wird und das blanke Metall Feuchtigkeit ausgesetzt ist. Wird Oberflächenrost frühzeitig erkannt und behandelt, lässt sich ein Fortschreiten in der Regel verhindern.
Falzrost
Falzrost entsteht in den umgebördelten Blechverbindungen an Türen, Hauben und Kotflügeln. Feuchtigkeit kriecht in den engen Spalt zwischen den Blechlagen und verursacht Korrosion von innen heraus. Falzrost ist oft erst dann sichtbar, wenn er die Oberfläche durchbricht – dann ist der Schaden bereits fortgeschritten.
Lochfraß
Lochfraß beschreibt punktuell tiefe Korrosion, die das Blech lokal komplett durchdringt. Diese Form entsteht häufig in Bereichen, in denen Feuchtigkeit und Salz konzentriert einwirken. Lochfraß ist besonders kritisch, da er die strukturelle Integrität von Blechteilen zerstört.
Kontaktkorrosion
Kontaktkorrosion tritt auf, wenn zwei unterschiedliche Metalle in Verbindung mit einem Elektrolyten direkt miteinander in Kontakt stehen. Dabei wird das unedlere Metall verstärkt angegriffen. An Fahrzeugen tritt dies z. B. an Verbindungen zwischen Stahl und Aluminium auf – ein Thema, das bei modernen Fahrzeugkonzepten mit Materialmix zunehmend relevant ist. Mehr dazu unter Korrosionsschutz bei E-Autos und Hybridfahrzeugen.
Hohlraumkorrosion
Hohlraumkorrosion entsteht in geschlossenen Fahrzeugstrukturen, wo Feuchtigkeit eindringt, aber nicht abtrocknet. Schweller, Längsträger, Türen und Säulen sind typisch betroffen. Die Korrosion frisst sich von innen nach außen und ist äußerlich erst im fortgeschrittenen Stadium erkennbar.
Unterbodenkorrosion
Unterbodenkorrosion betrifft die gesamte Unterseite des Fahrzeugs und kann flächig oder punktuell auftreten. Steinschlag, Streusalz und angesammelte Feuchtigkeit beschleunigen den Prozess. Ohne regelmäßige Kontrolle und fachgerechten Unterbodenschutz schreitet die Korrosion oft unbemerkt voran.
Spaltkorrosion
Spaltkorrosion tritt in engen Spalten und Fugen auf, in denen Feuchtigkeit kapillar eindringt und nur schlecht abtrocknen kann. Typische Stellen am Fahrzeug sind Blechüberlappungen, Dichtungsränder und Verbindungsbereiche von Anbauteilen.
Beschichtungsunterwanderung
Beschichtungsunterwanderung entsteht, wenn Korrosion unter einer intakten Schutzschicht fortschreitet. Feuchtigkeit dringt an beschädigten Stellen unter die Beschichtung und breitet sich flächig aus, während die Oberfläche noch unversehrt wirkt.
Flugrost vs. strukturelle Korrosion
Flugrost ist eine oberflächliche Verfärbung, die durch metallischen Abrieb oder Eisenpartikel in der Luft entsteht – z. B. in der Nähe von Bahngleisen. Er ist in der Regel harmlos und leicht entfernbar. Strukturelle Korrosion hingegen greift das Basismaterial an und kann die Tragfähigkeit und Sicherheit beeinträchtigen.
Korrosion an Verschraubungen und Verbindern
Schraubverbindungen, Bolzen, Schellen und Halter sind häufig von Korrosion betroffen. Die Kontaktflächen zwischen unterschiedlichen Metallen, die mechanische Belastung und die schwierige Zugänglichkeit machen diese Bereiche zu typischen Schwachstellen.
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